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Redebeiträge gegen den Austrian Creative Fur Award, 2. Mai 2006
Wir sind hier um gegen den Austrian Creative Fur Award, eine Werbeveranstaltung der Vereinigung der Kürschner und Kürschnerinnen, zu protestieren. Es handelt sich dabei um einen Wettbewerb, mit dem versucht wird, in Modeschulen und an Universitäten Nachwuchs-DesignerInnen für das blutige Kürschner-Handwerk zu begeistern. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen entwerfen für den Austrian Creative Fur Award ein Bekleidungsstück aus Pelz. Gerade jetzt wird in einem Saal in der Wirtschaftskammer hinter uns verkündet welche Teilnehmerinnen und Teilnehmer die besten Entwürfe gemacht haben. Sie werden in Zusammenarbeit mit einem Kürschner oder einer Kürschnerin ihren Entwurf anfertigen. Die preisgekrönten Entwürfe werden im Herbst bei einer Pelz-Modeschau einem ausgewählten Publikum vorgefürt. Angegeben
wird, dass bei dem Pelzwettbewerb "nur" Pelze von Tieren aus
der Nahrungskette verwendet werden. Mit Unwahrheiten
und der konsequenten Ausblendung des einzelnen Tier-Schicksals wird versucht
die unfassbare Brutalität und Grausamkeit, die hinter dem Produkt
Pelz stecken, zu verschleiern. Als ob es den betroffenen Tieren nicht
egal wäre, ob sie wegen ihres Fleisches oder ihres Pelzes getötet
werden. Ob es wegen ihrer Milch oder ihrer Eiern ist, dass sie ein kurzes
und meist qualvolles Leben in Gefangenschaft fristen müssen. Sie
haben zu wenig Platz, keine Beschäftigungsmöglichkeiten und
können ihr bevorzugten sozialen Kontakte nicht ausleben. Als ob es
für das betroffene Tier weniger unerträglich Den Kürschnerinnen und Kürschnern ist es egal, zu welchem Zweck die Tiere gezüchtet und getötet werden. Hauptsache, ihr Geschäft floriert. Die Tiere und deren Interessen, sowie ihre Bedürfnisse, ihre Leben und ihr Leiden, sind dabei egal. Auf sog. Pelztierfarmen herrscht qualvolle Enge. Die hat oft Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Kannibalismus zu Folge. Die Tötung im Akkord ist für die betroffenen Tiere das grausame Ende. Sie werden mit Strom oder Gas getötet, ihr Genick wird gebrochen, oder ihre Kehle durchgeschnitten.
Und das wird
auch in Zukunft so sein. Auch weitere Manöver der Pelzindustrie können
nichts daran ändern, dass dem tierverachtenden Treiben der Kürschner
und Kürschnerinnen hoffentlich bald ein Ende gesetzt werden wird. Schluss mit dem Austrian Creative Fur Award! Für die Befreiung aller Tiere!
Zur Pelzindustrie Wir demonstrieren heute, um an die unzähligen Opfer der Pelzindustrie zu erinnern und einmal mehr ein Zeichen zu setzen, dass echte Tierpelze zu verarbeiten, verkaufen und zu tragen moralisch einfach nicht vertretbar ist. Jährlich
werden weltweit über 40 Millionen Nerze, Füchse, Kaninchen und
andere Tiere für die Pelzindustrie umgebracht. Eine Industrie, die
nur auf dem Leid und Tod von Tieren aufbaut. Und darum fordern wir keine
größeren Käfige und keine artgerechte Haltung der Tiere
- denn die gibt es nicht. Jetzt gerade, genau in diesem Moment, sind auf der ganzen Welt Millionen von Nerze, Füchse, Kaninchen, Chinchillas und andere Tiere in kleinen Käfigen eingesperrt. Der Drahtgitterboden schneidet sich in ihre Pfoten und ihre Nahrung besteht jeden Tag aus dem selben Brei aus Schlachtabfällen. Das interessanteste, was für die neugierigen, jungen Tiere - eingesperrt auf einer sog. Pelztierfarm - passiert, ist, wenn einmal am Tag der Farmer kommt um ihnen Essen zu bringen. Die Tiere haben in ihrem ganzen Leben noch nie Erde unter ihren Füßen gespürt, konnten nie im Gras schnuppern oder mit anderen ArtgenossInnen spielen. Sie werden nie die Möglichkeit haben sich in der onne zu strecken oder sich alleine zurückzuziehen. Alles was ihnen bleibt ist permanenter Stress, der Geruch von Fäkalien und die Angstschreie ihrer ArtgenossInnen. Es ist also
kein Wunder, dass viele der Tiere in dieser Situation psychisch krank
werden und sich selbst oder gegenseitig verletzen.Doch das Schlimmste
steht ihnen noch bevor. Denn sog. 'Pelztiere' sind geboren um keinen Winter
zu erleben... Aber genau
deswegen sind wir heute hier. Und wir sind nicht die einzigen, die sich
für die Befreiung der Tiere einsetzen. Andere gehen sogar soweit und setzten ihre eigene Freiheit aufs Spiel und gehen direkt dorthin, wo die Tiere eingesperrt sind, retten sie oder lassen sie frei. In anderen Ländern wiederum wird mit Politikerinnen und Politikern verhandelt um Gesetzesänderungen zu erreichen oder AktivistInnen ketten sich in Pelzläden fest um gegen das Unrecht, das Tieren angetan wird, zu protestieren. So tragen alle ihren Teil dazu bei, um der blutigen Pelzindustrie ein Ende zu bereiten. Jüngste Erfolge in der Kampagnenarbeit haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unlängst erst sind auch die renommiertem Bekleidungsketten LaRedoute und Promod aus dem Handel mit Pelzen ausgestiegen. Wir müssen uns nur im Kopf behalten wofür wir kämpfen und für wen wir hier sind: Wir demonstrieren für die Abschaffung des Pelzhandels und für all jene Individuen, die gerade jetzt oder in Zukunft noch, für diese Industrie umgebracht werden. Für die Pelzindustrie zählt nur der Profit. Wir hingegen haben die Argumente und die Empathie auf unserer Seite. Und mit unserer Wut und unserem Mitleid können wir es schaffen, dass niemand mehr für die blutige Mode sterben muss. Und dass all jene Individuen, die zu 'Pelztiere' degradiert werden, das bekommen, was ihnen eigentlich zusteht: Und das, das wissen wir alle, ist die Freiheit.
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