Pressemitteilung
Wien, am 16.12.2008

A K T U E L L E P R E S S E A U S S E N D U N G

Spektakuläre Ankettaktion heute nachmittag gegen behördliche Repression &
den Pelzverkauf bei KLEIDER BAUER nach eineinhalb Stunden beendet

Heute um 14:30 ketteten sich zwei Aktivistinnen der Basisgruppe Tierrechte
(BaT) aus Protest gegen den Pelzverkauf und die Hausdurchsuchungs- und
Verhaftungswelle vom 21. Mai 2008 an einem der Tore im Eingangsbereich
einer Filiale des pelzverkaufenden
Bekleideunternehmens KLEIDER BAUER in der Wiener Mariahilferstraße fest.

Diese Aktion richtete sich zum einen gegen den Pelzverkauf bei der KLEIDER
BAUER- Gruppe zu der auch HÄMMERLE gehört. Seit Oktober 2006 gibt es eine
österreichweite Kampagne, um den Pelzhandel bei KLEIDER BAUER zu stoppen.
Millionen Tiere werden jährlich in Drahtgitterkäfigen gezüchtet und durch
Strom, Gas oder Genickbruch umgebracht, nur um ihren Pelz zur Ware zu
machen.
"Die Pelzindustrie setzt aufgrund massiver Umsatzverluste darauf, Pelz
z.B. als Besatz oder Kragen verbrämt in Kaufhäusern anzubieten, wie zum
Beispiel auch bei Kleider Bauer“, so Melanie Frühling, Pressesprecherin
der BaT.

Außerdem richtet sich diese Aktion des zivilen Ungehorsams auch gegen die
anhaltenden behördlichen Repressalien gegen Tierschutzvereine und
Tierrechtsgruppen. Es waren offenbar die "guten Kontakte" (Peter Pilz/ DIE
GRÜNEN) der KLEIDER BAUER-Führung ins Innenministerium ausschlaggebend für
die andauernden behördlichen Schikanen und Repressalien. Demonstrationen
und Kundgebungen wurden willkürlich untersagt und mit hohen Geldstrafen
geahndet. Die Repression gipfelte in der Hausdurchsuchungs- und
Verhaftungswelle am 21. Mai 2008: 24 Wohnungen und Büros wurden
geplündert, 10 Aktivist_innen aufgrund des Vorwurfs der Bildung einer
kriminellen Organisation (§ 278a StGB) für über drei Monate in
Untersuchungshaft gesteckt.


Während der Aktion zeigten sich zahlreiche Passantinnen und Passanten
teilweise erstaunt, teilweise solidarisch mit den Anliegen.
Einige beschwerten sich auch bei der Filialleitung über den Pelzverkauf.

Die Polizei rückte in einem Großaufgebot an. Nach anfänglicher
Ratlosigkeit versuchte eine Spezialeinheit vergeblich, die Bügelschlösser
der beiden Demonstrantinnen auf rabiate Weise mit einem Bolzenschneider zu
öffnen. Die restlichen 18 Polizist_innen taten inzwischen ihr Bestes, um
die Passant_innen von den Spektakel abzuschirmen, die sich aber immer noch
in Überzahl befanden.

Schließlich wurde die Feuerwehr herbeordert, doch auch der
Luftdruckbolzenschneider konnte die Bügelschlösser nicht öffnen. Deshalb
wurden die Griffe der Türen "geknackt". Die beiden Aktivistinnen wurden
danach kurzzeitig in eine nahegelegene Polizeiwache gefahren. Dort wurden
ihre Personalien aufgenommen. Ihnen droht eine Verwaltungsstrafe.

Wir fordern die Abschaffung des §278a und werden uns auf jeden Fall nicht
mundtot machen lassen! §278a hat erstens dazu gedient, Ermittlungskosten
in Höhe Hunderttausenden Euro und exzessive Ermittlungsmaßnahmen (großer
Lauschangriff, Peilsender an Autos, versteckte Kameras vor Wohnungen,
Einschleusung von Spitzeln uvm.) zu legitimieren. Zweitens ermöglicht er
eine Gesinnungsjustiz, um Menschen alleine aufgrund ihrer dokumentierten
(legalen) politischen Aktivitäten zu kriminalisieren - alles ohne Nachweis
konkreter Straftaten.

Rückfragehinweis und hochaufgelöstes Bildmaterial:
0650 / 752 65 05 | info@basisgruppe-tierrechte.org |
www.basisgruppe-tierrechte.org
 

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